Angedacht

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Schwestern und Brüder,

Am 27. Mai 1676 ist Paul Gerhardt gestorben – im Alter von 69 Jahren. Das Schicksal hatte ihn schwer gebeutelt und herausgefordert. Insbesondere der Tod war sein ständiger „Begleiter“. Früh hat er seine Eltern verloren, vier seiner fünf Kinder sterben ebenso wie seine große Liebe Anna Maria. 

Auch beruflich musste er sich mehr als einmal mit innerkirchlichen und gemeindlichen Widrigkeiten auseinandersetzen. Er war  überzeugter – und streitbarer Lutheraner – und stand theologisch kontrovers zu den Calvinisten, die beispielsweise dem Abendmahl nur eine zweitrangige Position zugewiesen hatten. Ein landesherrliches „Toleranz- Edikt“, eine Art Friedensabkommen und Verzicht auf gegenseitige Polemik, weigert er sich zu unterschreiben und nimmt dabei persönliche wie berufliche Nachteile in Kauf.

Wir haben seines 350. Todestages verschiedentlich gedacht. Bis heute fasziniert dieser Mann, der seit seiner Jugend eigenständig seinen theologischen Weg verfolgt hat: Immer orientiert an Christus, der auch den Weg in die Niederungen des menschlichen Lebens nicht gescheut hat. Jesu Weg ans Kreuz wiegt für Paul Gerhardt weit mehr als all unser diesseitiges Leid. 

Was seine Lieder durchzieht, ist das Motiv der Hoffnung. In den 140 Liedtexten, die mehr als alle anderen Kompositionen unser Gesangbuch durchziehen und bereichern. Sie sind geschrieben aus den Erfahrungen des Lebens für ein Leben, das von Gott her gedacht und geführt werden kann und darf, vielleicht sogar muss.

Denn woher als von Gott und der Zuversicht auf sein Reich sollte dieses große Ja über so viel Nein, sollte das Licht inmitten so viel Dunkel stammen?

Fabian Vogt hat den Grund hierfür in dem Chorprojekt „Meines Herzens Lust“ (S. 20) treffend auf den Punkt gebracht: „… weil der Dichter überzeugt ist: Die Antwort auf das Leid ist weder die Weltflucht noch die Weltsucht. Die Antwort auf das Leid ist die Hoffnung, die mich das Leid anders wahrnehmen lässt: Als Bestandteil einer Existenz, die trotz allem von der Liebe Gottes erfüllt sein kann … Diese innere Kraft packt er in seine Lieder, die vor Lebensfreude nur so strotzen, weil sie die Welt nicht mit den Augen der Angst, sondern mit den Augen der Liebe betrachten: „Weil Gott mich liebt, liebe ich das Leben“. 

Paul Gerhardt hat selbst einmal notiert. „Ei mein Gott so fall ich dir / getrost in deine Hände. / Nimm mich und mach es du mit mir / bis an mein letztes Ende“.

Wie viel hat er uns auch heute noch zu sagen, als Ausdruck dieses bewundernswerten Gottvertrauens, mit dem er in Freud und Leid seinen Weg gegangen ist. 

Gehen Sie auf die Suche nach seinen Texten und Liedern, lassen Sie sich inspirieren, möge Gott ihren Glauben stärken und bewahren. 

Herzliche Grüße, Ihr Pfarrer

 

 

 

 

 

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Aktuelle Infos zur ForuM-Studie

Am 25. Januar 2024 wurden die Ergebnisse der ForuM-Studie von den beteiligten Wissenschaftler*innen auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Nun geht es darum über die Ergebnisse der Studie mit allen Ebenen ins Gespräch zu kommen, die Forderungen der Betroffenen und Empfehlungen des Forschungsverbundes zu diskutieren und erste Arbeitsschritte zu veranlassen.

Auf EKD-Ebene wird das Beteiligungsforum ein Maßnahmenpaket erarbeiten, das im November 2024 der EKD-Synode vorgestellt wird. Im Februar und März fanden auf ELKB-Ebene drei Onlineveranstaltungen im „Einblick“-Format statt. Hier diskutierten Vertreter*innen der Kirchenleitung und der Fachstelle mit unterschiedlichen Personengruppen die Ergebnisse der ForuM-Studie, welche Aufgaben sich daraus für die ELKB ergeben könnte und über die laufende Arbeit zum Umgang mit sexualisierter Gewalt in der ELKB.

Auch bei der Frühjahrestagung der Landessynode wird die ForuM-Studie Thema sein und für Juni 2024 ist ein Treffen von Kirchenleitung mit betroffenen Personen der bayerischen Landeskirche und der Diakonie Bayern geplant, unter anderem um auch über die Ergebnisse gemeinsam zu diskutieren.

 

Schutzkonzept der Evangelischen Kirchengemeinde Altötting