Angedacht

Liebe Gemeinde,

Frauen sind die ersten Zeugen oder Zeuginnen der Auferstehung! Es waren die drei Frauen namens Maria von Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus und Salome, die zuerst von der Auferstehung Jesu von den Toten durch den Engel erfuhren, als sie an einem Sonntagmorgen auf dem Weg zum Grab machten.                                                                                                     

Drei Frauen, genauer gesagt drei über 80-jährige Ordensfrauen, Schwester Bernadette, Schwester Regina und Schwester Rita waren es auch die im vergangenen September in einer Nacht- und Nebelaktion wieder in das österreichisches Kloster Goldenstein bei Salzburg zurückkehrten und damit ein starkes Zeichen setzten. Die Augustiner-Chorfrauen lebten dort jahrzehntelang in Goldenstein, doch wurde die Gemeinschaft Anfang 2024 aufgelöst und die drei Nonnen wurden in einem nahegelegenen Seniorenheim untergebracht. Mit diesem Schneid, den über 80-jährige mit einer Art der Hausbesetzung an den Tag legten, hat die Kirchenleitung nicht gerechnet. Weltweit haben diese drei Frauen viele Unterstützende in den sozialen Medien gefunden. Nun hoffen Erzbistum und Nonnen auf eine friedliche Lösung. Nachrichten wie diese von drei so mutigen älteren Frauen tun mir gut und sie tun auch einer Kirche gut, in denen scheinbar nur Männer das Sagen haben und in der Kirchenpolitik mit der Abrissbirne betrieben wird, nicht aber mit Dialog.

Ostern, das kann nur befreiungstheologisch gedacht werden. Auferstehung ist immer auch ein Aufstand. Die scheinbar unveränderlichen Gesetze dieser Welt wie das Sterben aller Kreatur und das Recht des Stärkeren werden außer Kraft gesetzt, durch die Auferstehung von dem, den die Mächtigen dieser Welt doch getötet zu haben meinten. Geschichte wird neu geschrieben, nicht aber im Sinne davon, dass Geschichte mit Gewehrläufen neu geschrieben wird, sondern in dem Sinne, dass das Leben triumphiert, Totgeglaubte und Totgeglaubtes wiederkehrt, Tränen abgewischt werden und „Liebe aufblüht, die längst erstorben schien“ (Jürgen Henkys). Ostern, das ist ein Aufstand aller Schwestern und Brüder in Jesus Christus, doch macht der Mensch nicht alles allein (was er auch gar nicht kann). Er lässt auch Gott machen. Es ist ein Aufstand mit viel mehr "für" als mit "gegen" etwas. Für die Liebe, für das Leben mit göttlicher Klarheit! Die Theologin Dorothee Sölle schreibt: „Aufstehen geschieht aus dem Schlaf, Auferstehung aus dem Tod. Der Aufstand ist das Aufstehen aus politischem Schlaf, aus einer Art Tod, in dem Menschen wesentliche Elemente ihres Lebens entzogen und fremdbestimmt sind.“

Ich gehe am Inn spazieren und denke über vieles nach, was mich beschäftigt. Anbetend bleibe ich dann stehen und staune über das Schauspiel, das sich vor meinen Augen ereignet. Berührt der Himmel das Wasser, berührt das Wasser den Himmel? Der Himmel in seiner Größe spiegelt sich im Wasser. Himmel und Wasser bleiben ein Gegenüber, doch sie kommen sich einander so nah wie Liebende. Der Geist Gottes schwebt auf dem Wasser immer noch.

Frohe Ostern!

Ihr Pfarrer Simon Stritar

 

 

 

 

 

weiter Infos hier

Aktuelle Infos zur ForuM-Studie

Am 25. Januar 2024 wurden die Ergebnisse der ForuM-Studie von den beteiligten Wissenschaftler*innen auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Nun geht es darum über die Ergebnisse der Studie mit allen Ebenen ins Gespräch zu kommen, die Forderungen der Betroffenen und Empfehlungen des Forschungsverbundes zu diskutieren und erste Arbeitsschritte zu veranlassen.

Auf EKD-Ebene wird das Beteiligungsforum ein Maßnahmenpaket erarbeiten, das im November 2024 der EKD-Synode vorgestellt wird. Im Februar und März fanden auf ELKB-Ebene drei Onlineveranstaltungen im „Einblick“-Format statt. Hier diskutierten Vertreter*innen der Kirchenleitung und der Fachstelle mit unterschiedlichen Personengruppen die Ergebnisse der ForuM-Studie, welche Aufgaben sich daraus für die ELKB ergeben könnte und über die laufende Arbeit zum Umgang mit sexualisierter Gewalt in der ELKB.

Auch bei der Frühjahrestagung der Landessynode wird die ForuM-Studie Thema sein und für Juni 2024 ist ein Treffen von Kirchenleitung mit betroffenen Personen der bayerischen Landeskirche und der Diakonie Bayern geplant, unter anderem um auch über die Ergebnisse gemeinsam zu diskutieren.

 

Schutzkonzept der Evangelischen Kirchengemeinde Altötting